Kopfschmerzen
Praxis für Neurologie & Psychiatrie
Jürgen Vogt
Facharzt für Neurologie /Psychiatrie
Spannungskopfschmerz chronischer Kopfschmerz Cluster Kopfschmerz
Neurologe Hamburg Facharzt für Neurologie
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ANDERE KOPFSCHMERZERKRANKUNGEN
Cluster Kopfschmerz
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chronische Kopfschmerzen
Spannungskopfschmerz
Spannungskopfschmerz
Der Spannungskopfschmerz ist ein häufiger, diffus auftretender Kopfschmerz meist beidseitig vom Nacken ausgehend, ausstrahlend in die Scheitelregion des Kopfes. Viele Betroffene beschreiben den Kopfschmerz als dumpf und drückend „wie ein enger Helm“ oder ein „Band“ um den Kopf. Die Intensität des Spannungskopfschmerzes ist meist mild bis mäßig. Druckschmerz und Verspannung der Nackenmuskulatur kann bestehen.
Keine Zunahme des Kopfschmerzes durch körperliche Aktivität, keine Licht- oder Geräuschüberempfindlichkeit (wie bei Migräne). Der Spannungskopfschmerz tritt aufgrund seiner Häufigkeit mit der ebenfalls häufigen Migräne oft gemeinsam auf. Deshalb ist besonders bei Patienten mit chronischen täglichen Kopfschmerzen die Führung eines Kopfschmerztagebuches so wichtig, damit eine korrekte Kopfschmerzanalyse möglich ist.
Es gibt zwei Typen des Spannungskopfschmerzes:
Entweder episodisch auftretend mit mindestens 10 Kopfschmerzepisoden monatlich, oder es besteht ein chronischer Spannungskopfschmerz bei mehr als 15 Kopfschmerztagen im Monat oder 180 Schmerztagen im Jahr.

Die Diagnose wird ausschließlich durch fachärztliche Erhebung der Schmerzvorgeschichte gestellt. Der neurologische Befund ist unauffällig. Aualignsgeschlossen werden sollte ein Bluthochdruck (Hypertonus), Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sowie andere Kopfschmerzursachen Nebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), Gefäßentzündungen (Arteriitis), Tumore.
Therapie: Episodischer Spannungskopfschmerz:
ASS (500-1500mg),
Ibuprofen (800-1200mg),
Ketoprofen (150-200mg),
Naproxen (500-750mg)
Paracetamol (1000-2000mg),
Novaminsulfon/Metamizol ! (500-1500mg).
Keine Kombinationsanalgetika
Therapie: Chronischer Spannungskopfschmerz:
Gute Wirksamkeit der trizyklischen Antidepressiva (TZA):
Amitriptylin (10-75mg), Amitriptylinoxid, Imipramin (10-75mg), Clomipramin (10-75mg), Doxepin (5-75mg). Nebenwirkungen s. Kapitel Antidepressiva (Link).
Bei Verordnung dieser Antidepressiva sollte ein EKG zum Ausschluss einer Herzrhythmusstörung abgeleitet werden. Bei einem grünen Star (Glaukom) oder Prostataerkrankung mit erschwerter Harnblasenentleerung sollte trizyklische Antidepressiva nicht oder nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Weitere Therapiemöglichkeiten:
Progressive Muskelrelaxation (PMR).Nicht gesichert aber zum Teil wirksam sind: Krankengymnastik, Wärme/Kälteanwendungen, elektrische Stimulation (TENS), Ausdauersport 2x 1h/Woche.
Therapie
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Chronischer Spannungskopfschmerz

Clusterkopfschmerz:
Clusterkopfschmerz
Episodischer Cluster Kopfschmerz:
Der Clusterkopfschmerz oder Bing-Horton Kopfschmerz ist ein meist einseitig auftretender, extrem heftiger Kopfschmerz mit reißender und brennender Schmerzcharakteristik im Bereich der Augenhöhle und der Stirn, ausstrahlend bis in die Schläfe und Scheitelbereich des Kopfes. Die Schmerzen beginnen plötzlich und dauern 15-180 Minuten an, treten dann ein bis achtmal täglich auf, häufig nachts (50%). Der Clusterkopfschmerz tritt bevorzugt im Frühjahr oder Herbst über mehrere Wochen auf. Am häufigsten sind Männer betroffen (m/w=9:1).

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Symptomatik:
Heftigste Schmerzen im Bereich der Augenhöhle mit engem Lidspalt (Ptosis), enger Pupille (Miosis) und Augenrötung sowie Tränenfluss und Sekretfluss aus der Nase (auf der Seite der Schmerzen). Eventuell bestehen auch Licht- und Geräuschüberempfindlichkeit.
Auslösende Faktoren: REM-Schlaf, Höhe, Alkohol, Nitropräperate
85% episodisch Wochen-Monate, Herbst/Frühjahr

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Akuttherapie Clusterkopfschmerz:
Sauerstoff 7-10 Liter/Minute über Maske bis 15 min. (Wirkung bei 75-80% der Betroffenen)
Sumatriptan (Imigran) Injektion subcutan (Wirkung bei 50%)
Zolmitriptan (Asco Top) 10 mg Tbl. ( Wirkung bei 48%)
Dihydroergotamin 1 mg i.v.
Lokalanästhesie mit Lidocain 10% bei 45° nach hinten geneigten 30-40°zur betroffenen Seite geneigtem Kopf in das Nasenloch auf der Schmerzseite: 100% schmerzfrei nach 35 min.

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Chronischer Clusterkopfschmerz Therapie:
Beim chronischen Cluster-Kopfschmerz bestehen kontinuierliche Schmerzattacken, die über Jahre mit abnehmender Frequenz auftreten.

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Behandlung chronischer Clusterkopfschmerz:
Die Behandlung erfolgt hier mit prophylaktisch wirkenden Medikamenten:

Der Calziumantagonist Verapamil in einer Dosis 120-1200 mg (Wirkung bei 69%),

Das für die Stimmungstabilisierung bei manisch depressiver Erkrankung bekannte Lithium mit einer Dosis bis 360 mg/Tag ist oft gut wirksam und kann den Kopfschmerz vollständig unterdrücken bzw. behandlungsschwierige episodische Clusterkopfschmerzen unterdrücken.

Das aus der Behandlung der Migräne und der Epilepsie bekannte Topiramat (Topamax) scheint auch gut wirksam zu sein ist aber für die Behandlung noch nicht zugelassen.

Bei Therapieresistenz ist die neurochirurgische Implantation einer Neurostimulationssonde in das Gehirn nach ersten Verlaufsbeobachtungen sehr erfolgreich und sollte insbesondere bei schwer Betroffenen erwogen werden. Hierzu sollte allerdings eine stationäre Abklärung in einer spezialisierten Kopfschmerzklinik erfolgen.

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Analgetika- oder Triptankopfschmerz:
Werden Analgetika oder Triptane an 10 oder mehr Tagen im Monat benutzt, meist bei Migräne oder Spannungskopfschmerz, kann es zu einem chronischen Dauerkopfschmerz kommen, der meist dumpfen Charakter hat und diffus im Schädelbereich lokalisiert ist.

Therapie:
Immer abruptes Absetzen aller Schmerzmittel und Triptane.
Bei Übelkeit und Brechreiz: Metoclopramid oder Domperidon.
Für den Entzugskopfschmerz : Naproxen 2x500mg über 10 Tage.
Ersatzweise Cortison 100 mg über 5 Tage, dann tägliche Dosisreduktion über 5-7 Tage.
Dauer des Entzuges: 10-14 Tage

Nach Entzug maximal 6-10 x/Monat Attackenbehandlung mit einem Schmerzmittel und/oder Triptan.
Bei Migräne ist die Einleitung einer Prophylaxe (siehe Behandlung der Migräne) sinnvoll, beim Spannungskopfschmerz sollte ein trizyklisches Antidepressivum erwogen werden (siehe Spannungskopfschmerz).

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